Presse-Information 29. August 2010


American Le Mans Series, 8. Lauf in Mosport, Kanada

Porsche mit Doppelerfolg zurück an die Spitze


Stuttgart. Mit einem überzeugenden Doppelerfolg für Porsche endete das Rennen der American Le Mans Series in Mosport/Kanada. Auf dem anspruchsvollen Kurs in der Nähe von Toronto holten Porsche-Werksfahrer Romain Dumas (Frankreich) und Klaus Graf (Dornhan) mit dem Porsche RS Spyder den zweiten Gesamtsieg in dieser Saison. Auch in der stark besetzten GT-Klasse ging der Sieg an den Zuffenhausener Sportwagenhersteller: Die Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister (Langenfeld) und Patrick Long (USA) feierten mit dem Porsche 911 GT3 RSR ihren vierten Erfolg in diesem Jahr und bauten damit ihre Tabellenführung vor dem Saisonfinale am 2. Oktober in Road Atlanta weiter aus. Gleichzeitig übernahm Porsche wieder die Führung in der Herstellerwertung.

Vor einer Woche in Elkhart Lake hat Klaus Graf den Gesamtsieg noch um eine einzige Sekunde verpasst. In Mosport stellte er den RS Spyder mit der Trainingsbestzeit auf die Pole-Position und sicherte zusammen mit Romain Dumas seinem Muscle Milk Team Cytosport den zweiten Gesamtsieg in dieser Saison nach dem Erfolg in Lime Rock. Der Erfolgsrenner aus Weissach lag vom Start bis ins Ziel an der Spitze, büßte seine Führung auch beim Boxenstopp mit Fahrerwechsel nicht ein. Sein Vorsprung betrug schon fast eine Runde, als nach gut zwei Stunden Renndauer das Safety-Car auf die Strecke ging, weil bei einem Unfall eine Leitplanke aus der Verankerung gerissen worden war. Dadurch konnten die Verfolger wieder aufschließen. Kurz darauf wurde das Rennen mit der roten Flagge gestoppt. Eine Stunde lang versuchten die Streckenarbeiter vergeblich, die Leitplanke zu reparieren. Dann entschied sich die Rennleitung, das Rennen abzubrechen.

„Was für ein großartiger Tag. Wir waren das ganze Wochenende schnell, suchten aber immer noch die perfekte Abstimmung. Als wir sie gefunden hatten, lief der RS Spyder mit einer unglaublichen Perfektion“, sagte Klaus Graf. „Das ganze Team hat sich sehr gut auf dieses Rennen vorbereitet. Das konnte man nicht zuletzt daran sehen, dass wir den zweitplatzierten Honda schon fast überrundet hatten. Romain Dumas als Teamkollegen zu haben, einen der besten Rennfahrer der Welt, war ein großes Vergnügen.“ Auch der Franzose genoss sein Comeback in der American Le Mans Series. „Ich habe in den ersten fünf Runden einen Zehn-Sekunden-Vorsprung herausgefahren, dann kam von der Box schon die Anweisung, Benzin zu sparen und die Reifen zu schonen“, sagte er. „Mit dem Porsche RS Spyder in Mosport an der Spitze des Feldes zu fahren – viel mehr Spaß kann ein Rennfahrer nicht haben.“

In der besonders hart umkämpften GT-Klasse stehen Jörg Bergmeister und Patrick Long kurz vor der erfolgreichen Titelverteidigung. Nach ihrem vierten Saisonsieg mit dem von Flying Lizard Motorsports eingesetzten Porsche 911 GT3 RSR reisen sie mit einem komfortablen Punktevorsprung zum letzten Rennen der Saison. In Mosport setzte sich Patrick Long gegen die starke Konkurrenz von Ferrari, BMW und Chevrolet vom Start weg an die Spitze. Als er den erfolgreichen Sportwagen nach einer Stunde an Jörg Bergmeister übergab, ging der als Zweiter zurück auf die Strecke. Doch schon kurz darauf übernahm er wieder die Führung und verteidigte sie gegen alle Angriffe seiner Verfolger bis ins Ziel.

„Der 22-Punkte-Vorsprung ist ein gutes Polster und macht uns sehr zuversichtlich für das Finale in Road Atlanta. Nach diesem Sieg haben wir ein gutes Gefühl, auch die Meisterschaft gewinnen zu können“, sagte Jörg Bergmeister nach seinem vierten Erfolg in Mosport. Auch Patrick Long sieht dem letzten Saisonrennen optimistisch entgegen: „Das war bisher eine unglaubliche Saison. Bei uns stimm einfach alles, Speed und Strategie. Dieser Sieg ist die beste Motivation für Road Atlanta. Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun. Schließlich wollen wir nicht nur selbst erneut den Titel holen, sondern auch dazu beitragen, dass Porsche die Herstellerwertung gewinnt.“

Mit dem Porsche 911 GT3 RSR vom Team Falken Tire belegten Porsche-Werksfahrer Wolf Henzler (Nürtingen) und Bryan Sellers (USA) den siebten Platz. Die Amerikaner Darren Law und Seth Neiman kamen mit dem zweiten 911 GT3 RSR von Flying Lizard Motorsports als Neunte ins Ziel.

Der 9. und letzte Lauf der American Le Mans Series wird am 2. Oktober auf der Rennstrecke Road Atlanta in Braselton im US-Bundesstaat Georgia ausgetragen.


Statistik: 8. von 9 Rennen der American Le Mans Series in Mosport, Kanada

Rennergebnis
1. Dumas/Graf (F/D), Porsche RS Spyder (LMP), 98 Runden
2. Brabham/Pagenaud (AUS/ F/), Honda ARX-01c (LMP), 98
3. Mowlem/Burgess/Willman (GB/CAN/USA), Lola B06 10 Judd (LMP) 97

Ergebnis Klasse GT
1. Bergmeister/Long (D/USA), Porsche 911 GT3 RSR, 91 Runden
2. Vilander/Bruni (SF/I), Ferrari 430 GT, 91
3. Auberlen/Millner (USA/USA), BMW E92 M3, 91
4. Magnussen/O’Connell (DK/USA), Chevrolet Corvette, 91
5. Beretta/Gavin (MC/GB), Chevrolet Corvette, 91
6. van Overbeek/Sharp (USA/USA), Ferrari 430 GT, 90
7. Henzler/Sellers (D/USA), Porsche 911 GT3 RSR, 90
9. Law/Neiman (USA/USA), Porsche 911 GT3 RSR, 89

Punktestände Klasse GT
Fahrer
1. Jörg Bergmeister, Patrick Long, Porsche, 139 Punkte
2. Gianmaria Bruni, Ferrari, 117
3. Bill Auberlen, Tommy Millner, BMW, 105
4. Jaime Melo, Ferrari, 101
Dirk Müller, Joey Hand, BMW, 101
5. Olivier Beretta, Oliver Gavin, Chevrolet, 78
6. Jan Magnussen, Johnny O’Connell, Chevrolet, 73

Hersteller
1. Porsche, 139 Punkte
2. BMW, 138
3. Ferrari, 129
4. Chevrolet, 107

Teams
1. Flying Lizard Motorsports, Porsche, 139 Punkte
2. Rahal Letterman Racing, BMW, 138
3. Risi Competizione, Ferrari, 127

Punktestände Klasse LMP
Fahrer
1. David Brabham, Simon Pagenaud, Honda, 152 Punkte
2. Klaus Graf, Porsche, 136
3. Chris Dyson, Lola, 98
4. Guy Smith, Lola, 92
5. Jonny Cocker, Lola, 84
6. Greg Pickett, Porsche, 79

Hersteller
1. Honda, 152 Punkte
2. Porsche, 136
3. Mazda, 98

Teams
1. Highcroft Racing, Honda, 152 Punkte
2. Muscle Milk Team Cytosport, Porsche, 136
3. Dyson Racing Team, Lola, 98



Daten und Fakten

Das ist die American Le Mans Series

Bei der 1999 ins Leben gerufenen American Le Mans Series (ALMS) gehen Sportprototypen und GT-Fahrzeuge an den Start. Das Reglement basiert auf dem Regelwerk der 24 Stunden von Le Mans. In dieser Saison werden neun Rennen in den USA und Kanada gefahren. Die traditionellen Höhepunkte sind die 12 Stunden von Sebring und das 1000-Meilen-Rennen Petit Le Mans in Road Atlanta.

Das Starterfeld bilden Sportprototypen und Seriensportwagen. Sie sind in vier Klassen unterteilt:
Klasse LMP: In dieser Kategorie werden die Sportprototypen der bisherigen Klassen LMP1 und LMP2 gemeinsam gewertet. Die Leistungsunterschiede sollen so weit wie möglich (z. B. über Restriktionsanpassungen) ausgeglichen werden. Der Porsche RS Spyder startet in dieser Klasse.
Klasse GT: Am Start dieser Klasse (bisher GT2) sind leicht modifizierte Seriensportwagen mit 440 bis 460 PS und einem Mindestgewicht von 1.125 - 1.325 Kilogramm (z.B. Porsche 911 GT3 RSR).
Klasse LMPC: Diese neue Klasse ist ein Prototypen-Markenpokal für den ORECA FLM 09.
Klasse GTC: In der Nachfolgeklasse der ALMS Challenge sind Porsche 911 GT3 Cup verschiedener Baujahre startberechtigt.

Alle Rennwagen starten gleichzeitig, werden aber nach Klassen getrennt gewertet. Das sorgt für spannende und abwechslungsreiche Rennen mit zahlreichen Überholmanövern. Punkte gibt es nur für die Platzierung in der jeweiligen Klasse.


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