...und beschreiben kann man es nur sehr schwer. Man merkt beim Fahren schon deutlich, dass der Motor besser am Gas hängt. Und beim PDK sind die Schaltzeiten noch einmal schneller.
Soll ich mal wieder ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten?
Andschi hat ja schon zwei der drei wesentlichen Merkmale der Sportfunktion erwähnt. Schnelleres Schalten und giftigeres Ansprechverhalten, gleichzeitig wird auch noch die Funktion der Stossdämpfer blockiert. Wer vorgestern noch über einen 6cm tiefergelegten Polo lachte, weiss jetzt wenigstens wie es sich anfühlt, wenn man über die Strasse springt, statt fährt.
Der angesprochene Sprint Booster möchte die Funktion des direkteren Ansprechverhaltens kopieren.
Das mit dem schnellen Schalten ist simpel. Ab Werk sind auch unsere Porsche auf die fleissigsten Schreiber in diesem Thread abgestimmt, alte Säcke 40+

Komfort wird also gross geschrieben und wer sich mit seinem Alter einfach nicht abfinden kann, darf Chrono in zwei Varianten bestellen. Da gibts dann ne Taste, die einem einfach ein bisschen Komfort klaut. Der Leidtragende ist der Physiopraktiker.
Es ist nämlich kein Problem das Kennfeld eines automatisch betätigten Getriebes dahingehend zu modifizieren, dass es etwas fixer schaltet. Allerdings wirds halt auch etwas ruppiger. Das liesse sich sogar noch steigern, aber dann leidet das Material. An der Stelle beginnt dann Motorsport.
Das mit der Gasannahme ist etwas komplizierter zu erklären.
Grundsätzlich hat jeder Benzinmotor ne Drosselklappe. Diese DK steht in direkter Verbindung mit dem Gaspedal, früher per Stahlseil, heute elektrisch. Drücke ich aufs Gas, geht die Drosselklappe weiter auf und der Motor kann mehr Luft ansaugen. Mehr Luft hat auch mehr Sauerstoff dabei und mehr Sauerstoff kann mehr Kraftstoff zur optimalen Verbrennung vertragen. Die Explosion wird heftiger, die Kolben werden stärker beschleunigt und irgendwie wird das Auto schneller.
Wichtig ist nur, das jemand da ist, der zur verfügbaren Sauerstoffmenge die korrekte Benzindosis zurührt.
Was früher der Vergaser organisierte, erledigt heute das Motorsteuergerät, und heute ist halt alles elektrisch.
Das Gaspedalmodul verfügt über zwei Potentiometer. Eins würde reichen, aber sicher ist besser als Toyota.
Und auch die Drosselklappe hat ein Potentiometer. Damit sich das arme Biest nicht so allein fühlt, hat man ihm noch nen Stellmotor zur Seite gestellt.
Signalablauf:
willkürliche Gaspedalstellung - Potentiometer schickt definierten Widerstandswert zum Motorsteuergerät - Motorsteuergerät schaut im Kennfeld nach einer brauchbaren Antwort - Motorsteuergerät schickt definierten Steuerstrom zum Stellmotor Drosselklappe - Potentiometer Drosselklappe ermittelt Ist-Winkel - Motorsteuergerät vergleicht Ist- und Soll-Winkel
Alles klar?
Wird nun die Sporttaste betätigt, knallt die steuergerätinterne Bibliothekarin dem zuständigen Sachbearbeiter ein anderes Lexikon (Kennfeld) auf den Tisch und die Antworten (Steuerstrom) ändern sich.
Wurde also im Komfortbetrieb 15% Gaspedalweg mit 15% Drosselklappenwinkel berechnet, sind es im Sportmodus halt 22% DK-Winkel. Mehr Winkel bedeutet mehr Sauerstoff, also auch mehr Kraftstoffbeimengung und deshalb mehr Power...
Während Porsche die ganze Sache per Kennfeld steuert und deshalb die ganze Aktion recht harmonisch abläuft, kann es sich beim Booster eigentlich nur um einen Vorwiderstand handeln. Es werden also manipulierte Widerstandswerte zum Motorsteuergerät geschickt und das SG berechnet die notwendige Drosselklappenstellung aufgrund tatsächlich nicht vorhandenen Gaspedalstellungen.
Das klingt böse, ist es aber nicht. Sollte das Modell so funktionieren, erfolgt halt auf den letzten Zentimetern Gaspedalstellung keine weitere Öffnung der Drosselklappe mehr und bei 90° ist halt Schluss, obwohl tatsächlich das Gaspedal erst z.B. 80% durchgetreten ist.
Ich fahre ja nun jeden Tag ca. 30 bis nach oben offene Kilometer zur Probe und natürlich habe ich da meinen persönlichen Prüfablauf entwickelt und natürlich beinhaltet der auch die Prüfung der Chronofunktionen. Und auch wenn da jetzt also schon reichlich Erfahrung vorhanden ist, könnte ich bis heute kein Auto mit betätigter Sporttaste "erfühlen". Man merkts halt, wenn man bei konstanter Fahrt die Funktion ausschaltet. Da gibts dann nen negativen Ruck und man muss 2cm Pedalweg zulegen um die Wirkung der Taste auszugleichen.
Sorry, aber so seh ich das. In der Praxis alles nur subjektive Wahrnehmung...
Gruss Andi