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#20233 - 05.10.2002 13:19 Test SLK/S2000/Boxster
Anonym
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Habe den Bericht im Netz gefunden.
30. September 2002: Drei offene Zweisitzer, drei unterschiedliche Charaktere. Mit stärkerem Motor und modellgepflegter Karosserie tritt der Porsche Boxster gegen den Honda S2000 und den Mercedes SLK 320 an. Roadster sind Charakterköpfe. Die hier getroffene Auswahl macht das besonders deutlich.
Der jüngst renovierte Boxster besitzt einen relativ kleinvolumigen, hoch drehenden Sechszylinder-Boxermotor. Honda dagegen setzt beim S 2000 auf nur vier Zylinder und nur zwei Liter Hubraum, dafür aber auf Drehzahlen, wie sie im Automobilbau einzigartig sind: Erst bei 9.000 Umdrehungen stößt das Leuchtband des Drehzahlmessers an den roten Warnbereich; die Höchstleistung steht bei 8.300/min an, die höchste Durchzugskraft findet sich bei 7.500/min. Gerade mal 208Nm liefert der Honda S2000.

Der schwäbische Mercedes-V6 dagegen, nicht als Sportwagenmotor, sondern als universelle Maschine für Autos unterschiedlichster Provenienz konzipiert, holt nach bürgerlicher Motorenbauer-Weisheit die Kraft aus dem Hubraum. Resultat ist eine bullige Durchzugskraft, die erst im sehr lang übersetzten sechsten Gang nachlässt. Schalten wird deshalb zur Nebensache. Das ist auch gut so, denn die hakelige Führung des Schalthebels fällt beim aktuellen Testwagen wieder einmal besonders negativ auf. Doch beim Sportwagen macht nicht zuletzt der Ton die Musik: Der Auspuffton des SLK liefert eine für Mercedes-Verhältnisse geradezu frivole Note.

Der Boxster-Motor hat durch die jüngste Überarbeitung stärker gewonnen, als es der bescheidene Leistungszuwachs (plus acht PS) vermuten lässt. Der typische Porsche-Sound wurde noch eine Spur aggressiver. Und der richtige Dampf kommt beim Porsche erst bei hohen Drehzahlen. Aber der Motor erlaubt jetzt mehr als früher schaltfaules Fahren, ohne dass der Eindruck unzureichender Durchzugskraft entsteht.

Wie beim Honda. Dessen Vierzylinder spricht gut aufs Gas an und bietet dank der engen Getriebeabstufung saubere Anschlüsse nach dem Hochschalten. Aber von Durchzug kann nicht die Rede sein. Wenn der Honda seinen Konkurrenten folgen soll, sind 5.000/min das Mindeste, 7.000/min und mehr gehören zum täglichen Brot. Zudem kennt seine Federung keine Gnade, Unebenheiten stören den Geradeauslauf. Handlich und direkt erreicht er hohe Kurvengeschwindigkeiten, aber der Grenzbereich ist schmal. Wenn es zuviel wird, zeigt das Heck ein giftiges Eigenleben, dem kein ESP entgegentritt.

Der Porsche erscheint viel ausgewogener. Sein präzises Handling liegt auf sehr hohem Niveau, das Eigenlenkverhalten ist neutral. Seiner Grenze nähert er sich mit einer Gutmütigkeit, die den Fahrer nicht überfordert. Und das wohl abgestimmte, weich eingreifende ESP (Option) tut hier ein Übriges.

ESP - bei Mercedes eine Selbstverständlichkeit. Die Fahrsicherheit des SLK ist damit über jeden Zweifel erhaben. Aber unter fahrdynamischen Gesichtpunkten hat der kleine Mercedes gegenüber seinen Konkurrenten das Nachsehen. Er spielt überzeugend die Rolle des sportlichen Cabrios, weniger gut die des agilen Sportwagens. Das Eigenlenkverhalten betont mit einer Tendenz zum Untersteuern weniger die Sportlichkeit als die Gutmütigkeit in Grenzsituationen.

Dafür kommt der SLK-Fahrer in den Genuss der besten Federung und eines absolut langstreckentauglichen Geräuschkomforts, zu dem auch das Falt-Hardtop beiträgt. Das Stoffdach des Porsche verursacht mehr Windgeräusche, öffnet aber schneller und nimmt weniger Platz weg. Am lautesten zischt es um die Honda-Haube, die nach dem Öffnen mit einer unhandlichen Per****ing abgedeckt werden muss.

So machen die deutschen Roadster die Sache unter sich aus, wobei der kompromisslosere Porsche unter Berücksichtigung aller Kriterien das Nachsehen hat. Seinen hohen Preis rechtfertigt er mit klarer Dominanz in den zwei ausschlaggebenden Sportwagen-Wertungen dennoch: Antrieb und Fahreigenschaften.

1. Mercedes SLK 320:
Der SLK präsentiert sich als komfortables, funktionelles Cabrio mit hoher Leistungsreserve. Das reicht für Platz eins, auch wenn das Handling weniger sportlich ist als das der Konkurrenz.

2. Porsche Boxster:
Mit erstklassigen Fahreigenschaften und überzeugendem Motor ist der Boxster die erste Wahl für den Roadster-Kunden mit gut bestücktem Bankkonto, der weniger Wert auf Komfort legt.

3. Honda S2000:
Ein kompromissloser Zweisitzer mit knappem Platzangebot, harter Federung und flinkem Handling. Der sehr hoch drehende Vierzylindermotor ist durchzugsschwach und extrem laut.
Gruß Heiko


hoch
#20234 - 05.10.2002 23:02 Re: Test SLK/S2000/Boxster
Anonym
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Fazit:
Wilst du ein Sportgerät, hol dir nen Boxsti!

hoch


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